Warum eigentlich Plastik

Kürzlich bin ich im Laden über das Stern ‚View‘ Magazin gestolpert, die Sonderausgabe Tiere mit den besten Tierbildern aller Zeiten, wie der Titel verspricht. Ein schönes Magazin mit vielen tollen Fotos und schönen Geschichten dazu. Aber was mich wirklich schockiert hat und nicht wieder loslässt war ein Artikel über einen toten Baby-Albatross. Dieser Baby-Albatross starb, weil die Eltern Nahrungsmittel nicht von essbarem unterscheiden konnten. Die beiden Bilder zeigten nur den toten Baby Albatross und den Inhalt seines Magens, an dem er starb. Das das alles nur Plastik Müll war muss ich jetzt wohl nicht mehr erwähnen.

Plastik(müll) belastet unsere Umwelt
Ich wollte diesen Artikel online teilen und habe danach gesucht. Leider ist der Artikel online nicht verfügbar, aber das habe ich erst später gemerkt. Meine ersten Suchversuche waren für speziell diesen Artikel wohl eher ungeschickt, aber was ich gefunden habe war auch nicht viel besser. Habt ihr schonmal eine Newssuche nach ‚Plastik‘ gemacht? Also ich schon.
Ich liste mal die ersten zehn Suchergebnisse, die ich erhalten habe hier auf, das bedarf dann wohl keiner weiteren Erklärung mehr.
Zwei der zehn Suchergebnisse waren Artikel über Gegenstände die jetzt neu als Plastikversion erhältlich sind (Tischtennisbälle und das HTC one M8). Darüber hinaus habe ich diese acht Suchergebnisse erhalten:
Plastik statt Plankton : Müll-Kontinente treiben im Meer
Fast die Hälfte ist Plastik: Müll überall auf Europas Meeresboden
Mehr Plastik als Jungfische in der Donau
EU-Parlament will Plastikmüll verringern
Vermüllung der Meere
Verschmutzte Ozeane: Wracksuche zwischen Plastikmüll und Geisternetzen
Europas Meere sind die weltgrößte Müllhalde – Plastik-Müll ist schon bis in die Arktis vorgedrungen
Müll im Meer: Vermüllte Meere
Das ist auf jeden Fall ein trauriges und beunruhigendes Ergebnis.

Aber wir sortieren und recyclen doch alles..
Ja und das ist auch auf jeden Fall gut so, aber brauchen wir wirklich das ganze Plastik, das teilweise nur produziert wird um Dinge vom Geschäft nach Hause zu transportieren und dann im Müll zu landen?
Die Kunststoffabfallmenge hat sich in Deutschland im Zeitraum von 1994 bis 2011 von 2,8 auf ca. 5,5 Millionen Tonnen pro Jahr beinahe verdoppelt, hauptsächlich durch den Zuwachs an Müll beim Endverbraucher. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von zwei Cheops-Pyramiden. Recycelt werden lediglich 42 Prozent des Plastikmülls. 52 Prozent werden verbrannt und gehen damit der Kreislaufwirtschaft für immer verloren.“ (Quelle: bund.net). Hinzu kommt, dass in die Gelbe Tonne in erster Linie Verpackungsmaterialien gehören. Die alte Zahnbürste, das Bobbycar oder der Griff der kaputten Bratpfanne, Plastikspielzeug sowie gebrauchte Feuerzeuge gehören hier nicht rein. Und das sind ja nur ein paar Beispiele. Hinzu kommt das Plastik schwer zu recyclen ist, da jeder Plastik anders ist und nicht generell wieder in seine ursprünglichen Bestandteile zerlegt werden kann und für die Produktion letzten Endes das neu produzierte Plastik einfach günstiger ist. So entsteht aus den Plastikabfällen in der ersten Recyclingrunde dann vielleicht eine neue Parkbank oder ein Pullover. Aber was wird aus diesen Recycleten Produkten wenn sie mal nicht mehr benötigt werden?

Es ist nicht leicht einkaufen zu gehen, wenn man Plastik vermeiden möchte

Es ist nicht leicht einkaufen zu gehen, wenn man Plastik vermeiden möchte

Plastik verändert unsere Lebensmittel
Plastik ist für mich ja schon ein Thema, seit ich den Film Plastic Planet gesehen habe. Speziell im Zusammenhang mit Lebensmitteln fand ich diese Doku beinahe schon verstörend, weshalb wir schon eine Weile versuchen Plastik und Lebensmittel so gut wie möglich zu trennen.
Der Vollständigkeit halber habe ich auch mal nach ‚Plastik Lebensmittel‘ gesucht. Hier mal ein paar der Ergebnisse:
Unterschätzte Gefahr: Plastikteilchen verunreinigen Lebensmittel
Weichmacher in Plastik
Plastikteilchen nicht nur in Lebensmitteln gefunden – nein auch in der Luft!
Kunststoffverpackungen: Schädlich für Lebensmittel?
Wenn ihr euch die voll Dröhnung geben möchtet, dann schaut euch mal die Doku ‚Plastic Planet‘ an, die beleuchtet das ganze noch ein wenig genauer.

Mikroplastikteilchen lassen sich nicht aus unserem Wasser filtern
Und als wäre das alles nicht schon genug gibt es auch noch das Problem mit Mikroplastik. Der BUND, hat verschiedene Kampagnen (ich möchte fast sagen gegen Plastik) für einen bewussten Umgang mit Plastik gestartet, darunter auch die Aktion #Plastikfasten zur Fastenzeit, vielleicht habt ihr das mitbekommen? Jedenfalls machen sie auf ihrer Homepage aber auch noch auf ein weiteres Problem mit Plastik aufmerksam, nämlich auf Mikroplastik. Kleinste Plastikteilchen, die u.a. Kosmetika beigemischt werden (bspw. Peelings oder Zahnpasta), die nach Verwendung im Abwasser landen aber mit den heutigen Verfahren nicht mehr herausgefiltert werden können und so ungehindert in die Gewässer und unsere Umwelt gelangen. Das kleinste Plastikteilchen dann irgendwann im Honig zu finden sind wundert dann eigentlich nicht mehr.
Plastik besitzt die Eigenschaft, Schadstoffe an der Oberfläche anzureichern, welche bei der Aufnahme im Margen-Darm-Trakt wieder freigesetzt werden können. Viele der Schadstoffe besitzen hormonähnliche Wirkungen, mit schwerwiegenden Folgen für den Organismus. Sie können Schleimhautverletzungen bei Tieren hervorrufen und dazu führen, dass diese bei vollem Magen verhungern. Auch die Aufnahme in umliegende Gewebe ist bekannt. Infolgedessen kann sich das Mikroplastik mit seinen Schadstoffen in der Nahrungskette anreichern und bis auf unsere Teller gelangen.“ (Quelle: BUND.net)

Und wohin will ich hier eigentlich mit meinen Ausführungen?
Ich könnte das hier alles noch weiter ausführen, aber denke ich es wird schon klar worauf ich hinaus will: Plastik ist nicht gut für uns und unsere Umwelt und wir sollten ganz dringend umdenken!
Ich will jetzt nicht sagen, kauft bloß kein Plastik mehr und seht zu dass ihr alles was da ist sofort los werdet. Nein, es soll ja nicht unnötig ganz spontan noch mehr Müll erzeugt werden; und mal ehrlich: so selbstverständlich wie Plastik in unserem Alltag ist glaube ich im Moment eh nicht, dass ein Alltag ganz ohne Plastik möglich wäre. Aber was definitiv möglich wäre ist es sich das Problem bewusst zu machen und bewusst und vernünftig damit umzugehen.

Also was tun?
Das muss wohl jeder seinen eigenen Weg finden. Aber für den der was ändern möchte, möchte ich noch ein paar Erfahrungen mitgeben. Und zwar das wichtigste: wenn man versucht alles auf einmal umzustellen dann ist man schon beim ersten Versuch einkaufen zu gehen komplett überfordert. Einfacher ist es kleiningkeiten umzustellen und wenn man sich an eine gewöhnt hat eine nächste zu ändern. Hier mal ein paar Dinge, die wir uns angewöhnt haben:
* Einen Leinenbeutel dabei haben und nicht Plastiktüten kaufen, die man zu Hause wieder weg wirft.
* Obst/Gemüse lose kaufen ohne eine Obsttüte zu nehmen die zuhause als erstes in den Müll wandert
* Auf Kosmetika verzichten, die Mikroplastik enthalten
* Keine unnötig verpackten Dinge kaufen (Bsp. Gurken, warum sind einige nochmal eingeschweisst???)
* Getränke in Glasflaschen kaufen
* Aufschnitt an der Theke kaufen, das ist zwar noch nicht plastikfrei aber schonmal besser
* Brot beim Bäcker am Stück kaufen
* auf Plastikverpacktes so gut es geht verzichten.
Der BUND hat dazu auch noch ein paar Tipps zusammengestellt.
Und wenn ihr auch noch einfach zu realisierende Ideen habt, dann immer her damit 🙂

2 thoughts on “Warum eigentlich Plastik

    • Actually thats not completely true. First of all the plastics have to end up in the right bin so that they might get recycled. Already this is not always the case. But if this happend it’s also no guaranty since the disposer fairly often just go the cheapest way, on so the stuff just get’s burnt.
      When getting to the cases when the plastic actually get’s recycled it in fact only get’s downcycled. Since there is not only ‚the plastic‘, there is a wide range of kinds and ingredients, and since it’s not known to the recycler what originally has been used when produced, the range of things he may do with it is limited.
      But just the waste is not the only problem, it’s also about the absurd amount of resources that has to be used to get the oil, and to move it, to transform it to plastic and move it again, and so on.
      And last but not least, and that was the initial point to me, is that plastic leaks substances to food that are similar to hormones.

      If you are interested in the topic you might want to look the film ‚plastic planet‘ it gives a nice introduction to some of these disturbing points (but without even touching the waste topic as far as i remember)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.